Höflicher Gruß aus der Ferne

Ich habe mich abgeseilt an einen unbekannten Ort. Mir selbst ist der Ort natürlich nicht unbekannt, es wäre ja kaum möglich, sich an einen Ort zu manövrieren, von dem man nicht weiß, ob er existiert. Nun ja, vielleicht doch, beispielsweise beim Topfschlagen mit verbundenen Augen, aber diesem Spiel konnte ich noch nie etwas abgewinnen.

Da ich aber existiere und der Ort auch, dreht sich die Erde weiter wie gehabt. Ich bin schließlich als ein unkomplizierter Zeitgenosse bekannt.

Ein Bändle aus Wolle habe ich mir ums Handgelenk geschnürt, so wie damals, als ich die Tauber hinauf segelte auf einem Schiff aus Zeugnispapier. Große Taten erfordern große Vorbilder. Edit 27.7.2013: Auf eine Nachfrage hin möchte ich ergänzen, dass ich selbstverständlich weiterhin mein Amulett trage.

Gelegentlich besucht mich eine Schneeeule aus nördlichen Gefilden und erkundigt sich nach meinem Wohlbefinden.

Ihr M.K. (höchst untreu seinen Lesern gegenüber und sich trotzdem keiner Schuld bewusst)

Wer wohl der neue Berater von Herrn Seehofer ist?

Sie wissen ja alle, dass ich mich mitten in einer Neuorientierungsphase befinde – das Nachtleben in New York mit illustrer Begleitung genieße, mich durch die großen Metropolen der Welt treiben lasse und so die Beweglichkeit meines Kopfes prüfe.

Trotzdem schaue ich bei Gelegenheit in die bunte Welt der deutschen Politik hinein, die Landtagswahl in NRW war dazu ein guter Anlass. Und was sehe ich da? Dieses köstliche Interview mit einem mir (leider von unerfreulichen Ereignissen) persönlich bekannten Politiker. Nun frage ich Sie: Wer ist der neue Consultant im Hintergrund von Herrn Seehofer? Wissen Sie da Näheres? Muss ein großer Fisch (sic!) sein. Glücklicherweise enthebt mich mein momentaner Lebensstil jeglichen Neids.

Mit freundlichen Grüßen, machen Sie es gut,

Ihr M.K., so lebenslustig wie lange nicht mehr, ebenfalls bereit für ein launiges Interview

PS: Warten Sie jetzt schon ungeduldig auf meinen nächsten Post mit der Überschrift Masked Snack Attack!

Große Ereignisse

… kündigen sich an. Ich möchte Sie, meine geschätzten Leser, darüber informieren, was in meinem Leben so vor sich geht. Mein Sabbatical-Jahr neigt sich dem Ende entgegen und hat mir viele neue Einsichten beschert. Ausgeruht und voller Kraft werde ich mich ins neue Jahr stürzen, um sowohl mein Genie und als auch meine poetische Stimme zu entdecken (prophezeit Astrologe Michael Lutin, falls Sie die Anspielung nicht verstanden haben, wovon ich ausgehe).

Außerdem steht bereits in wenigen Wochen die große Hochzeit eines mir sehr nahestehenden Verwandten an. Ich bin schon aufgeregt und kann es kaum mehr erwarten – das Schreiben einer Karte wird mir leicht fallen! Da wir hier ja unter uns sind, kann ich verraten, dass auch die Heiligen Drei Könige ihre Aufwartung machen werden, bevor sie weiter nach Bethlehem ziehen. Noblesse oblige! Ich werde mich in mein bestes Gewand werfen und noch eine Fellpflege-Stunde buchen, um einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Merken Sie schon etwas von meiner neuen demütigen Geisteshaltung? Ich habe noch gar nichts über die Wulffens (mit Brille) und Guttis (ohne Brille) dieser Welt geschrieben. Ich lasse einen gnädigen Blick über diese armen Wesen schweifen und widme mich zukünftig lieber den Bedürftigen. Weiterlesen …

Mein Sabbatical läuft gut, auch ohne pompöse Villa

Ich kann Ihnen nur raten, auch einmal einen Sabbatical einzulegen. Zu deutsch: Pause zu machen.

Ich habe in den letzten Jahrzehnten so viel geschuftet, Sie können es sich gar nicht vorstellen. Erstklassiges Abitur, Studium Generale an einer angesehenen Privatuniversität, Promotion (sic!), Beratertätigkeiten in höchsten und internationalen Kreisen und schließlich noch private Differenzen, die hier auf dem Blog nichts mehr zu suchen haben sollen.

Nun endlich gönne ich mir eine persönliche Auszeit und lasse die Geschäfte ruhen. Meine Klienten reagierten zwar zuerst entsetzt und fühlten sich verraten, aber sie müssen auch einmal lernen, ohne mich zurecht zu kommen.

Ein „Kollege“ von mir erlitt ein anderes Schicksal, er wurde gefeuert und macht den Sabbatical nun zum Politikum. Aber vertrauen Sie mir, eine Auszeit kann man sich auch ohne eine Millionen-Villa und ein dazu gehöriges Grundstück auf Long Island nehmen. Weiterlesen …

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Das Leben geht weiter

27. Dezember 2010 4 Kommentare

Werte Leser, länger habe ich mich nicht auf meinem Blog gemeldet.

Zuerst machte mir der harte Winter einen Strich durch die Rechnung. Denn schon lange ist es mir nicht mehr passiert, dass ich in die Winterruhe gefallen bin. Zu Schulzeiten, so kann ich mich entsinnen, passierte mir das quasi jährlich. Im milden Westen Deutschlands hatte ich im letzten Jahrzehnt weniger Probleme damit, ich konnte bis auf wenige Ausnahmen agil und vital durch den Winter kommen.

Jetzt hingegen ist es selbst in Paris so kalt, dass mich in den unmöglichsten und unangebrachtesten Situationen die Winterstarre hinterrücks überfällt. Peinlich, wenn gerade ein Kliententelefonat ansteht und ich nichts tun kann. Aber die Natur wird schon wissen, weshalb sie eine solche Funktion eingerichtet hat. So tröstete ich mich bisher und versuchte gleichmütig hinzunehmen, dass ich die dunkle und kalte Jahreszeit wenig äußerlich produktiv verbringen würde. Weiterlesen …

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Die große Verlobung

30. November 2010 2 Kommentare

Nun also auch das noch! Ich bin schon so gestresst von meinem Projekt hier, dass ich kaum zum Verschnaufen komme, und ausgerechnet jetzt musste auch noch die Verlobung von Kate und William bekannt gegeben werden. Noch mehr Arbeit also für mich, schließlich gebietet es die Höflichkeit, dem neuverlobten Paar eine Glückwunschkarte zu schicken. An ausgedehnte Countrywalks inklusive erbaulicher Gespräche mit weidenden Schafen war gar nicht mehr zu denken.

Jetzt mussten Worte aus meiner Feder fließen! Nur welche? Ich drückte mich schon die ganzen letzten Tage vor dem Schreiben der Karte, aber es gab auch allen Grund, nicht dazu zu kommen. Das Telefon im Haus läutete ständig und ich fühlte mich verpflichtet, die Telefonate anzunehmen und fremden Menschen zu erklären, wie sie ein Booking für die Suites vornehmen könnten. Außerdem musste der Elektrometer unentwegt mit Pfünden gefüttert werden, da es in meiner großzügigen Wohnung vor Kälte ohne den energiefressenden Radiator gar nicht mehr auszuhalten war. Ich war also gut beschäftigt, wie der geneigte Leser bemerken kann. Weiterlesen …

Ein Königreich für eine Medjool-Dattel

20. November 2010 5 Kommentare

Regelmäßig verfolge ich den äußerst erfolgreichen und im Grunde auch recht empfehlenswerten Food-Blog eines Berater-Kollegen. Seine Artikel über – in meinen Augen – sehr gewöhnliche Wirtshausbesuche sind so gefragt, dass sein Server regelmäßig zusammenbricht. Mittlerweile frage ich mich bei der Anzahl seiner durchaus fundierten Beiträge immer häufiger, in welcher Branche er eigentlich berät, ist er von der Politik zur Lebensmittelindustrie gewechselt? Wie dem auch sei, auch wenn ein Bonvivant eher genießt und schweigt, so werde ich heute so tun, als ob ich auch einen Food-Blog hätte, und meine bevorzugten Themen Politik, Business und privaten Ärger beiseite lassen und mich ganz und gar der Gourmandise widmen. Weiterlesen …

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Mein liebster Brotaufstrich in England

20. November 2010 2 Kommentare

Kennen Sie Marmite? Den köstlichen englischen Brotaufstrich?

Schon mein Professor meiner Privatuniversität hat mich vor der hefebasierten Würzpaste gewarnt, die er noch aus seiner Studienzeit in England kannte. Ich ließ mich aber durch nichts abschrecken. Hatte ich doch kürzlich in der Presse gelesen, dass die rechtsextreme „British National Party“ von einem Sandwichaufstrich in die Knie gezwungen wurde, richtig, von eben jener Marmite-Sauce! Wie konnte das passieren?

Die Partei hatte mit einem Bild des Aufstrichs für sich als Bewahrer der englischen Kultur geworben und wurde daraufhin vom Unilever-Konzern (zu dem Marmite mittlerweile gehört) verklagt.  Die Geldstrafe, die die die BNP zahlen musste, war so hoch, dass die Partei daraufhin den finanziellen Bankrott erklären musste.

Eine einmalige historische Angelegenheit, dass Faschisten erfolgreich von einem Hefeextrakt bekämpft werden. Darauf jeden Morgen ein schmackhaftes Toastbrot!

Merry Old England (3)

Nach meiner gelungenen Pressekonferenz Ende letzter Woche habe ich es am  Samstag krachen lassen.

Von meiner Residenz im Royal Crescent ist es nicht weit zu einem Pub, dem „Centurion“. Dort habe ich ein Pint Bier getrunken und dazu dem Waiter eines ausgegeben, um mich dann gestärkt auf den Grand Pier meines heimischen Seebads zu begeben. Dort befindet sich, ganz neu eröffnet, eine lärmende und bunt blinkende Spielhalle. Der durchschnittliche Engländer liebt es, hier gelegentlich ein paar Pounds auf den Kopf zu hauen. Im Zuge meines Integrationsvorhabens zögerte ich keine Sekunde, es den Einheimischen gleich zu tun. Weiterlesen …

Die Pressekonferenz

17. November 2010 6 Kommentare

Eine äußerst arbeitsame Phase liegt hinter mir, deswegen habe ich den Blog ein wenig vernachlässigen müssen. Sie wissen ja, dass ich hier in England nicht zum Spaß bin. Ein Projekt bindet all meine Arbeitskraft, ständig pendle ich zwischen dem Seebad (meiner Homebase) und angemieteten Konferenzräumen in London. Meine Taxikosten machen einen ganz erheblichen Teil meiner Kosten aus, ich habe schon einen ganzen Stapel an Quittungen gesammelt. Und ich hasse die M5, immer wenn ich es eilig habe, ist sie wieder verstopft und ich muss den Taxifahrer mit monetären Mitteln zwingen, den Seitenstreifen (die „hard shoulder“) zum Überholen zu verwenden – Warnblinkanlage eingeschaltet selbstverständlich. Weiterlesen …